Accu-Chek Guide im Test: Was kann das neue Messgerät?

Ich bin spät dran mit meinem Test zum Accu-Check Guide, ich weiß. Aber es war nicht meine Schuld! Die Nachfrage nach dem neuen Messgerät ist so hoch, dass die Lieferzeiten momentan enorm lang sind und so musste ich zwei Wochen auf das Gerät warten. Die Hülle kam übrigens schon eine Woche früher. :D
Auch, wenn viele das Messgerät jetzt schon vorgestellt haben, möchte ich euch einmal meinen persönlichen Eindruck wiedergeben. Die Berichte von Anderen habe ich dabei absichtlich noch nicht gelesen. (Das wird jetzt gleich nachgeholt :D )
Wieso also überhaupt der Hype um das Accu-Chek Guide? Was kann es, was andere Messgeräte nicht können?

 

Die Teststreifenbox

Die am meisten beworbene Innovation ("Weltneuheit") ist wohl die Teststreifenbox. Das ist beim Accu-Chek Guide eine schicke Dose, aus der die Teststreifen nicht einfach herauspurzeln können.

Eine Feder sorgt dafür, dass man von hintereinander aufgereihten Teststreifen den benötigten herausnehmen kann und die anderen Streifen dort bleiben, wo sie hingehören: In der Dose. Vorbei also die Zeiten von Teststreifenhaufen auf dem Boden (jedenfalls solche mit unbenutzten Teststreifen - wer die benutzten in seiner Messtasche so hortet wie ich, hat auch weiterhin Chaos :D ).

Ich finde die Idee mit der Box toll und auch optisch macht sie einiges her, aber irgendwie habe ich mehr Probleme, die Teststreifen tatsächlich herauszuziehen, als bei herkömmlichen Dosen. Das kann an meinem eigenen Ungeschick liegen, aber irgendwie rutsche ich immer an dem Teststreifen ab, wenn ich versuche, ihn herauszuziehen. Da muss ich ihn dann schon vorsichtig mit der Fingerspitze von den anderen Teststreifen trennen und dann daran ziehen.

Da ich bislang vergleichsweise selten die ganze Teststreifendose irgendwo ausgeschüttet habe, bringt mir persönlich die Innovation also nicht so viel. Wer aber regelmäßig seine Teststreifen überall verteilt und sehr filigrane Finger hat, für den wird die Box vom Accu-Chek Guide auf jeden Fall hilfreich sein.

 

Das Messen

Hat man den Teststreifen einmal aus der Box geholt, geht es natürlich ans Messen. Und auch hier hat das Accu-Chek Guide einiges zu bieten.

Die Teststreifen haben tatsächlich eine sehr große Auftragfläche, was es wirklich leicht macht, den Blutstropfen aufzutragen.

Toll ist auch die wirklich helle Beleuchtung der Teststreifen während des Messens - beim nächtlichen Messen absolut unverzichtbar! Der Fairness halber muss man aber sagen, dass das keine Neuheit ist, sondern viele Geräte diese Beleuchtung haben (u.a. beispielsweise das Contour Next Link, das ich sonst verwende, oder das Freestyle Insulinx, das von der Beleuchtung her in etwa die gleiche Helligkeit aufweist).

Das Display ist auch gut beleuchtet, was m.E. aber wirklich bei jedem Messgerät der Fall sein sollte (ist es nur leider nicht - von daher erwähnenswert). Eine Displaybeleuchtung ist mir persönlich noch wichtiger als die Teststreifenbeleuchtung, weil ich den "Eingang" für die Teststreifen ggf. auch noch mit Hilfe der Displaybeleuchtung finden kann, ohne ein beleuchtetes Display aber teils selbst bei gedämpfter Beleuchtung schon nichts mehr zu erkennen ist.

 

Was mich beim ersten Messen überrascht hat, war, wie schnell es ging. Das Ergebnis wird in weniger als 4 Sekunden angezeigt, von anderen Geräten kenne ich eher 5 Sekunden als Richtlinie. Gut, auf die eine Sekunde kommt es natürlich nicht unbedingt an, aber es ist mir trotzdem positiv aufgefallen.

 

 

Die Stechhilfe

Ich bin ein Fan der Accu-Chek-Stechhilfen. Egal, welches Messgerät ich benutzt habe, vom  Accu-Chek Aviva Expert, One Touch Ultra Easy, Contour Next USB, Freestyle Insulinx, Beurer GL50 Evo, Contour Next One (oh Gott, die liegen alle noch bei mir rum!) bis zum heutigen Contour Next Link... die Stechhilfe "Accu-Chek Multiclix" hat mich immer begleitet. Warum? Weil ich die Trommel mit 6 Lanzetten so liebe!

Als jemand, der wirklich extrem selten die Lanzetten wechselt, ist das eine wirklich tolle Sache. Man muss nämlich nicht immer eine neue Lanzette holen und einsetzen, sondern kann einfach an der Stechhilfe drehen und schon dreht sich die Trommel und eine neue Lanzette ist bereit zum Einsatz. Das einzige Problem dabei ist, dass leider auch die 6 Lanzetten irgendwann durch sind und man dann eben nicht mehr weiterdrehen kann, sondern eine neue Trommel einlegen muss... könnte... sollte... irgendwann.... wenn gerade Zeit ist. (Bitte nicht nachmachen!)

 

So, genug von meiner Stechhilfe geschwärmt. Die mit dem Accu-Chek Guide mitgelieferte Stechhilfe heißt "FastClix" und hat genau wie die Multiclix eine Trommel mit 6 Lanzetten. Das Weiterdrehen erfolgt nicht wie bei der Multiclix oben sondern über einen Regler am unteren Teil der Stechhilfe. (In dem Bild unten gut zu erkennen - das weiße Ding unter der großen 5, die anzeigt, wie viele Lanzetten noch in der Trommel sind)

Der Regler stach mir persönlich irgendwie so ins Auge, dass ich dachte, man stellt dort die Stärke ein, und direkt mal euphorisch weitergedreht habe - adieu, Lanzette Nr. 1! Dass man zum Auslösen der Stechhilfe oben draufdrücken muss, finde ich etwas unpraktisch. Ich verrenke mich dabei immer irgendwie komisch, weil ich mit derselben Hand die Stechhilfe halten und an deren Ende drücken muss. Dafür lädt sie sich dann auch wieder selber auf.

Ein weiteres Plus im Vergleich zu meiner Multiclix ist, dass die Fastclix etwas kleiner ist.

Vielleicht habe ich also bald dann doch eine neue Stechhilfe - wer weiß, ich teste noch. :)

 

Sonstige Features

Was ich super finde: Das Messgerät kann die Werte automatisch ans Smartphone und damit an die mysugr-App schicken (Bluetooth muss allerdings eingeschaltet sein). Das erspart faulen Leuten wie mir, die Werte immer in die App einzugeben. Und wenn alle Blutzuckerwerte schon mal in der App sind, fällt das Ergänzen von KE, Insulindosen usw. auch gleich etwas leichter. 

 

Das Messgerät hat außerdem an der Seite einen Auswurfknopf. Das ist so ziemlich das, wonach es klingt: Ein Knopf, der den Teststreifen aus dem Messgerät herausschießt (keine Angst, er fliegt dann nicht meterweit weg), wenn man ihn nach dem Messen betätigt.

Das soll den ganzen Messvorgang hygienischer machen, damit man danach den Teststreifen nicht anfasst. Für mich gibt es bei dem Knopf direkt mal zwei Haken: Erstens, auch wenn der Teststreifen aus dem Messgerät raus ist, muss ich ihn ja doch anfassen, um ihn wegzuwerfen - es sei denn, ich laufe jedes Mal mit dem Messgerät zum Mülleimer (alle, die mich kennen, werden jetzt laut lachen, weil das niemals geschehen wird :D ).  Klar müsste ich dann nicht auf die blutige Fläche fassen, aber wenn man es ganz genau nimmt, könnte man auch auf "normale" Art und Weise den Teststreifen aus dem Gerät ziehen, ohne die Auftragfläche zu berühren.

Davon aber mal ganz abgesehen: Ich habe seit knapp 13 Jahren Diabetes. Wenn wir von 7 Messungen am Tag ausgehen (und es sind eher mehr bei mir) sind das 2.555 Messungen pro Jahr, insgesamt also über 33.000 Messungen - bei jeder dieser bisherigen Messungen habe ich den Teststreifen ganz normal aus dem Messgerät entfernt. Und so mache ich das auch beim Accu-Chek Guide einfach ganz automatisch und vergesse völlig, dass es den Auswurfknopf gibt. Den betätige ich nur, wenn ich gerade wirklich ganz bewusst daran denke, aber wenn man Routine beim Messen hat, ist es echt schwierig, sich da an etwas anderes zu gewöhnen. Der Auswurfknopf bleibt deshalb für mich eher eine nette Spielerei als ein wirklich sinnvolles Feature, das ich nutzen würde.

 

Ansonsten gibt es, ihr werdet es auf den Fotos schon gesehen haben, Hüllen für das Messgerät in knalligen, bunten Farben (lila, hellblau, pink) und in schwarz. Was die Individualisierung von Messgeräten angeht, muss ich Accu-Chek ohnehin mal loben: Es gibt für die meisten Messgeräte sehr schöne Hüllen oder Sticker, die es ermöglichen, das Messgerät nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Falls ihr Accu-Chek MyDesign (so heißt das Ganze) noch nicht kennt, hier einmal der Link.

 

Fazit

Mein Fazit zum Accu-Chek Guide fällt insgesamt positiv aus. Zwar wird das Rad damit nicht neu erfunden, aber es gibt einige Aspekte, die mir wirklich gut gefallen. Das sind vor allem die Kommunikation mit dem Smartphone via Bluetooth, das einfache Auftragen vom Blut auf den Teststreifen und die helle Beleuchtung. Toll finde ich auch die mitgelieferte Stechhilfe.

Features, die ganz nett sind, ich persönlich aber nicht brauche, sind der Auswurfknopf und die Teststreifenbox. Letztere hat zwar den Vorteil, das keine Teststreifen mehr herausfallen, aber das Entnehmen der Teststreifen finde ich dafür schwieriger.

 

Alles in allem habe ich keinen großen Kritikpunkt und kann das Accu-Chek Guide jedem empfehlen, der gerne schnell und einfach seinen Blutzucker kontrollieren will und dabei noch  schön designte "Accessoires" haben möchte. Insbesondere kann ich es natürlich den Leuten ans Herz legen, die viel über die mysugr-App protokollieren.

 

Ich selbst werde das Accu-Chek Guide wohl nur als Ersatzmessgerät nutzen, da für mich leider die Kommunikation mit meiner Pumpe fehlt. Das liegt aber natürlich in der Natur der Sache, schließlich ist das Accu-Chek Guide von Roche und meine Pumpe von Medtronic. ;-)

 

Alle Infos zum Accu-Chek Guide gibt es unter www.leichter-messen.de.
So - jetzt geht es für mich an's Lesen der anderen Berichte...!

 

Dieser Artikel gibt meine persönliche Empfindung wieder. Ich übernehme keine Garantie dafür, dass alle beschriebenen Aspekte auch von Anderen so empfunden werden. Es besteht kein Werbevertrag mit der Firma Roche.

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Kommentare: 1
  • #1

    Andi-Florian G. (Montag, 04 Februar 2019 15:35)

    Accu-Check FastClix (M1) ist das praktischste Stechhilfe was ich bis jetzt hatte (wo ich viele ausprobiert habe bzw. hatte) weill es 6 "Lantzeten" hat und es erst nach der 6-te auswechseln muss und nicht jedesmal(also nach jedem stechen) .
    Bekommt eine Bewertung 1 bis 5 Sterne von mir 6 Sterne sogar ⭐⭐⭐⭐⭐⭐.